Heute vor einer Woche um diese Zeit war die Option, dass es die Freilichtspiele Grenchen nicht mehr gibt, die wahrscheinlichste. Und dann überschlugen sich die Ereignisse. Wie sich in einer einzigen Woche, ja in wenigen Stunden, die Dinge ins Positive wenden konnten, ist fast nicht zu fassen.

Alle Posten besetzt. Die beiden Vereine (T.A.G. und Freunde Freilichtspiele) zum neuen Verein Freilichtspiel Grenchen fusioniert. Aufbruchstimmung. Herzblut.

Nicht nur haben wir den Vorstand des neuen Vereins mit engagierten Leuten, die mit Herzblut für das Fortbestehen der Freilichtspiele kämpfen, vollständig besetzen können, nein wir konnten noch viele zusätzliche Helferinnen und Helfern, die in den verschiedenen Ressorts mitarbeiten wollen, finden.

Am letzten Dienstag nun fand die konstituierende Sitzung des Vorstandes statt. Ein Gremium von sieben Persönlichkeiten wird für die Zukunft der Freilichtspiele sorgen.

Die Präsidentin Daniela Sutter arbeitet als Assistentin des Amtsvorstehers im kantonalen Amt für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen. Daniela ist in Grenchen wohnhaft und hat sich einen Namen als zentrale Stelle des Uhrencups gemacht. Sie führt mit viel Ruhe, Know-how und Souveränität den neuen Verein in eine sichere Zukunft.

Für die Administration ist Silvia Ferrari zuständig. Sie ist in Grenchen aufgewachsen, lebt heute in Solothurn und arbeitet seit acht Jahren als Assistentin des Stadtpräsidenten in Grenchen. Sie ist Mitglied des Theatervereins Mausefalle und wird im nächsten Jahr in einer Produktion zum ersten Mal auf der Bühne zu sehen sein.

Beide Frauen engagieren sich als Privatpersonen und nicht in ihren beruflichen Funktionen für die Freilichtspiele.

Die zentralen Persönlichkeiten der Organisation v.l.n.r: Daniela Sutter (Präsidentin) und Silvia Ferrari (Administration).

Daniela von Büren lebt in Grenchen. Sie leitet die Verwaltung der katholischen Kirche Grenchen und war zurzeit von Eva Inversini langjährige Mitarbeiterin im Kunsthaus Grenchen. Sie hat bisher nicht nur im Bistro der Freilichtspiele mitgeholfen … nein, sie verzichtete auch an vielen Abenden auf ihren Mann, Jürg Vifian, der als Spieler mitmacht. Auch im Jahr 2019! Daniela wird sich um die Finanzen kümmern. Sie kann sogar auf ein Team zählen, das sie bei der Abendkasse und bei der Präsenz während der Vorstellungen unterstützen und entlasten wird. Carola Corbetti wird dieses Team koordinieren.

Ruth Sallaz übernimmt das Sponsoring und Catering. Sie wohnt in Grenchen und ist Sekretärin bei einem Transportunternehmen. Sie bildet sich momentan im Bereich Rechnungswesen weiter. Ruth kam durch ihre theaterbegeisterte Tochter Melissa, die beim Kindertheater BLITZ mitmacht, zum Freilichtspiel. Sie hat während dem letzten Spiel WIIBERHEER – bei dem auch die Blitzkinder ihren Auftritt hatten – viele Bistrodienste übernommen. Melissa wird 2019 erneut eine schöne Rolle im Freilichtspiel spielen können.

Ganz grossartig ist es, dass wir einen jungen Mann im Team haben. Es ist Martin Schaad. Er ist ein sehr begabter Grafiker und Künstler, lebt in Grenchen und wird sich ums Marketing kümmern. In seiner Freizeit macht er Musik. Hier zeigen sich sicher die Gene seines Vaters Bruno Schaad, der als Bassist, Komponist und Chorleiter in den letzten Freilichtspielen in der Band LES RUBIS mitgespielt hat.

Jürg Spahr, der in Lengnau aufgewachsen ist, lebt heute im Luzernischen. Er ist Bänker und arbeitet in Olten. Jürg Spahr, war Präsident der Freunde Freilichtspiele, und sitzt im neuen Verein als willkommener Beisitzer ein.

Der neue Vorstand des Vereins Freilichtspiel Grenchen. Von vorne rechts: Jürg Spahr, Tinu Schaad, Silvia Ferrari, Daniela Sutter, Daniela von Büren, Ruth Sallaz, Iris Minder.

Iris Minder wird sicher noch das Freilichtspiel 2019 als Regisseurin und Autorin gestalten. Im Vorstand hat sie den Posten der künstlerischen Leitung inne. Zu ihrem Bereich gehört alles, was direkt mit der Produktion zu tun hat: Bühnenbild, Licht, Ton, Requisiten, Kostüme usw. usw. Und natürlich das Zentrale: Stück und Regie. Der Bau des Bühnenbildes und alles Drumherum wie Sicherheit, Strom, Entsorgung übernimmt als grosse Unterstützung zu unserem Glück nochmals Hanspeter Crivelli, der als Technischer Leitung Einsitz im Vorstand hat.

Ziel ist es, dass die Spiele unabhängig von der Person von Iris Minder in die Zukunft geführt werden können. Das ist Iris Minder selber sehr wichtig. Sie ist überzeugt, dass dieses Ziel mit dem neuen Vorstand realisiert werden kann. Sie engagieren sich für das Freilichtspiel Grenchen und tun es nicht ihrer Person zuliebe. So, und nur so, kann das Freilichtspiel weiterbestehen.

Iris Minder meint, sie könne sich überglücklich schätzen, dass innerhalb einer Woche ein derart grossartiges Team gefunden werden konnte. Es ist neben dem Glück auch eine grosse Erleichterung. Bisher war sie nicht nur für den künstlerischen Teil verantwortlich, sondern musste auch noch das Präsidium der Organisation innehaben. Diese Vermischung war mehr als nur schwierig. Und jetzt hat sich das alles gelöst und ihr fällt – wie sie selber sagt – der Druck eines ganzen Himalaya von der Seele.

Rückblickend an dieser Stelle dankt Iris Minder nochmals ganz herzlich all jenen, die sich über die Jahre hinweg für die Freilichtspiele engagiert haben und mitgeholfen haben, diese zu festigen. Ada Güggi, Doris Durrer, Silvan Granig, Adriana Palermo, Regi Lüthi, Heidi Luder, Hanspeter Crivelli, und viele mehr … Danke!

Ausblick
2019 werden wir eine eigene Version von Iris Minder von «Romeo und Julia auf dem Dorfe» spielen. Als Vorlage dient natürlich die Novelle von Gottfried Keller. Wie schon oben erwähnt, können innerhalb einer Woche so viele Wunder geschehen! So auch in Bezug auf die Besetzung des Romeo. Die lange Suche nach einem geeigneten jungen Mann ist erfolgreich abgeschlossen. In Matthias Salzmann wurde der perfekte Romeo respektive Sali gefunden.

Nun kann es losgehen … alle Knoten haben sich geöffnet.