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 „Chräjeruef“

Text und Regie: Iris Minder

Organisatorische Leitung: Doris Durrer

Inhalt

Historischer Hintergrund

Ende Januar 1913 wurde beim Tunnelbau Grenchen-Moutier ein unterirdischer See angebohrt. Mit 3000 bis 5000 Minutenliter stürzte das Wasser in den Tunnel. Die Bauherrschaft war aufgrund verschiedener Gutachten auf diesen Einbruch vorbereitet, der aber dann alle Vorstellungen übertroffen hat. 6 Millionen Tonnen Wasser sind aus dem Bergesinnern geschossen. Wegen des gewaltigen Gewichtsverlust im Berg, kam es zu Verschiebungen, die in Grenchen so starke Erschütterungen auslösten, dass Kinder, die am Hang spielten, umgeworfen wurden. Das Trinkwasser für Grenchen versiegte und die Bauherrin (BLS) musste für die Stadt neue Quellen fassen. Dies ist der historische Hintergrund dieses Tunneleinbruchs und der Anlass für das Stück „Chräjeruef“. Das Geschehen auf der Bühne hat mit den historischen Realitäten des damaligen Unglücks und dessen Ursachen nichts zu tun. Der Plot ist reine Erfindung und Fantasie. Ausführliche Informationen über den Tunnelbau, Tripoli und weitere historische Angaben sind auf der Homepage der Museumsgesellschaft Grenchen und des kultur-historischen Museums Grenchen: www.museums-gesellschaft.ch. zu erfahren.

Paul Güggi ist leitender Ingenieur des Tunnelbaus. In seinem Team arbeiten Urs Roth und Johann Bächler mit. Güggi und Roth sind in die gleiche Frau, Lina, verliebt. Obwohl vom Vater Güggi versprochen, zieht es Lina Baumann zu Roth. Als Intrigantin tritt die Schwester von Güggi, Edith, auf und verschlimmert diesen „Hahnenkampf“ zwischen den beiden Männern zusätzlich. Güggi ist beleidigt und statt die Sache in den Vordergrund zu stellen, bleibt er aus verletztem Stolz unzugänglich für die Warnungen durch Roth und Bächler. Ernst zu nehmende Einwände seitens Salvatore Lombardi werden mit fremdenfeindlichem und überheblichem Gehabe abgetan. In dieser Beziehung hat Güggi einen zwielichtigen Kumpan, den Kassier Ferdi Saner. Dem stehen Geld und Frauen näher als die Sicherheit der Arbeiter. Vermittelnd, ausgleichend und weise warnt Toni vom Berg mit seinem Hund Zita, genauso wie die Grossmutter von Lina, Bertha Baumann. Die Familie Lombardi mit der Mutter Filomena, den Kindern Maria, Tina, Marco, Pietro und der Nonna versucht sich zu integrieren. Sie wird zusammen mit Bächler, seiner Frau Emma und der Tochter Manuela tragisch ins Geschehen miteingezogen.  Alfred Obrecht, der Tunnelwächter und seine Mutter Rosa haben mit Mutter-Sohn-Ablösungs-Problemen zu kämpfen und so vernachlässigt Alfred seine Aufgabe als Wachbeamter beim Tunnel. Die Kinder schaffen es im Folgenden in den Tunnel zu kommen, wo sie dann auch bleiben, während das Unglück seinen Lauf nimmt.